Gärtnerleben und Alltag

 

Der Beruf des Landschaftsgärtners

Ganz einfach ist es nicht, den Beruf des Landschaftsgärtners zu beschreiben. Vielleicht findet sich hier ein Galabauer wieder, wenn er das mal lesen sollte. Er sei auf jeden Fall an dieser Stelle gegrüßt.

Ich habe vielleicht den Vorteil, diesen Beruf nicht mein ganzes Leben lang ausgeübt zu haben und so objektiv zu sein. Vorweg kann ich mit ein paar Vorurteilen gleich mal aufräumen, zuerst mal, dass man den ganzen Tag die Schüppe in der Hand hat und mit irgendwelchen Erdbewegungsarbeiten beschäftigt ist. Der Beruf ist nicht  "mehr" so körperlich anstrengend wie er mal in früheren Jahren war. Wobei natürlich auch nicht verheimlicht werden sollte, dass der Angestellte unserer Volksbank sich körperlich wahrscheinlich weniger anstrengen muss. Die Arbeit ist auch nicht dreckiger als jedes Handwerk. Hier sei am Rande erwähnt: Wir Gärtner gehören nicht zum Handwerk. Ich selber war über 30 Jahre im Kfz - Handwerk beschäftigt und kann sagen: was hab ich meine Hände geschruppt, aber auch da ist es ebenfalls besser geworden. Auf jeden Fall habe ich irgendwann den Mut gehabt, meinen Beruf an den Nagel zu hängen, um nun endlich Gärtner zu werden. Gesagt getan und los geht's. Leider hab ich schnell gemerkt (das hätte speziell ich als Handwerksmeister eigentlich wissen müssen): Gärtner ist ein Lehrberuf. Mit dieser Erkenntnis habe ich dann versucht, mich weiterzubilden, mir liegt das eigentlich auch ganz gut. Einen Berufsschulunterricht ersetzt das aber leider gar nicht. Unser Duales Ausbildungssystem ist einfach durchdacht und gut. Was soll ich sagen: ich habe eine komplette Ausbildung zum Gärtner gemacht. Ich werde die Abschlussprüfung niemals vergessen, ich im gesetzten Alters, meine Mitstreiter gerade mal 20 Jahre alt. Alles hat geglaubt, dass ich zur Prüfungskommission gehöre und mich entsprechend nett begrüßt. Da werde ich mich immer wieder gerne dran erinnern. Herrlich!!!



 

Nach der Ausbildung ist vor der Ausbildung

Mit den gewonnenen Erkenntnissen und der Erfahrung entwickeln sich die Perspektiven. Nun kann man z.B. überlegen, ob man sich mehr der Bautechnik oder der Vegetationsflächengestaltung und Pflege zuwendet. Letzteres ist von allen Seiten sehr vernachlässigt worden und so mittlerweile sehr gesucht. Was den Beruf für Frauen natürlich sehr interessant macht. Nicht nur wir stellen fest, sondern auch unsere Kollegen, dass die Pflege speziell von hochwertigen Privatgärten bei einer gelernten Gärtnerin sehr gut aufgehoben ist.


 
 
 
 
 
 
 

Vieleicht noch was zur Weiterbildung

Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind für gelernte Gärtner enorm. Da muss natürlich der Meisterbrief als erstes erwähnt werden, aber da kann man sich sehr gut bei der Landwirtschaftskammer NRW einmal umsehen. Die jungen Gärtner können auch uns gerne ansprechen, da wir mit dem  Betrieb auf dem Campus in Essen vertraut sind und ihn gut kennen.


 Jörg Flesch

 
 

Das Lehr- und Prüfungsgewächshaus der Landwirtschaftskammer NRW in Essen

Das Bild zeigt meinen Kollegen Wolfgang in der Prüfungshalle der Landwirtschaftskammer in Essen. Hier wird der praktische Teil der Gesellenprüfung abgenommen. Er ist dabei, eine Steinarbeit und im hinteren Teil eine Pflanz-und Rasenarbeit zu erstellen.

 
 
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